Fr├╝hjahr War Alles Besser_web

Wahrscheinlich würde so ziemlich jeder, der diese Zeilen liest, von sich behaupten, dass er weiß, wie man

eine richtig gute Zeit hat und diese mit viel Liebe für den Moment und sein direktes Umfeld füllt. Das mag

auch stimmen, nur: Wer der absolute Meister dieser besonderen Klasse ist, erfährt jeder, der die Hamburger

Band Le Fly einmal live sah. Da steht eine Horde Männer auf der Bühne und prügelt dem (in aller Regel wild

tobenden) Mob förmlich die gute Laune in die Fresse. Doch Obacht: Le Fly sind alles andere als eine tumbe

Spaßkapelle, sie meinen und nehmen das, was sie da tun, außerordentlich ernst. Es ist ihnen eben ein

archaisches Grundanliegen, dass es allen gut geht, dass kollektive Liebe durch die stickige und

schweißbefeuerte Luft fliegt und dass man ihr Konzert breiter grinsend verlässt als ein Vierjähriger unterm

Weihnachtsbaum. Denn nur dort, wo die guten Emotionen wohnen, da findet sich auch innere Zufriedenheit.

Daran glauben Le Fly, und das leben sie in jedem Ton ihrer brodelnden Musik, in der sich grob geschätzt

mehr als ein halbes Dutzend Genres zu einem Sound vermengen, der letztlich nur eine zutreffende

Bezeichnung zulässt: St. Pauli Tanzmusik.

Denn diese Macher, die seit nunmehr über einem Jahrzehnt ihr gemeinsames Unwesen treiben, in dieser

Zeit drei äußerst zeitlos schwingende Albenbretter aufnahmen und bald jede Club- und Festivalbühne des

Landes bespielt haben, sind streng genommen nicht nur Hamburger, sondern St. Paulianer, was übersetzt so

viel bedeutet wie: Mach und leb’ wie du willst, wir lieben dich trotzdem. Ein Grundcredo, das sie schon als

Bandgefüge leben müssen und wollen, da die Persönlichkeiten nicht grundverschiedener sein könnten in

Sachen Sozialisation, Musikgeschmack und künstlerischer Auffassung. In dieser Band zu sein, sagt Rapper

Schmiddlfinga, sei daher „eine niemals endende Suche nach dem Kompromiss, mit dem jeder gut leben

kann.“ Ein Kompromiss indes, der im besten Sinne den eigenen Horizont erweitert und jede Frage nach

Szenenzugehörigkeit oder sonstigen Vorlieben ad absurdum führt. Weshalb es bei Le Fly immer wieder zu

Begegnungen der unvergesslichen Art kommt. Und dies nun bald auch vielfach auf den Konzertbühnen der

Nation. Denn viel steht an im Hause Le Fly, bis zum Frühjahr 2019 werden in drei verschiedenen Konzepten bald alle

größeren Städte des Landes bespielt. Den Auftakt macht eine große Hallentournee an der Seite der Rap-

Helden 257ers. Zwischen dem 16. November und dem 14. Dezember gastieren beide Formationen in 14

Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Beide Bands kennen sich schon länger, lernten sich

2014 auf einem Festival irgendwo in Ostfriesland kennen. Man hielt Kontakt, traf sich immer mal wieder, so

auch im Studio: Denn die 257ers hatten auf dem letzten Le Fly-Album einen Gastauftritt, im Rahmen der

„Posse-Version“ ihres Jungklassikers „St. Pauli Tanzmusik“. Und auch auf dem kommenden 257ers-Album

werden Le Fly als Gäste einen Auftritt haben. Da lag es schon lange auf der Hand, dass man auch mal

zusammen die großen Bühnen bespielen muss.

Anfang März 2019 folgt dann das nächste besondere Großereignis, denn mit den beiden ebenfalls aus

Hamburg stammenden Formationen Liedfett und Das Pack haben Le Fly eine vollkommen neuartige Variante

des Co-Headline-Konzepts entwickelt. Auf ihren vier gemeinsamen Shows in Leipzig, Münster, Bremen und

Köln agieren die drei Bands unter dem Sammelnamen „Superschande“ und werden weit mehr bieten als

„nur“ drei geile Konzerte am Stück. Denn die Bands planen, auch innerhalb der jeweiligen Auftritte

miteinander zu agieren, sich gegenseitig auf der Bühne zu unterstützen – oder, wahlweise, auch mal hübsch

zu torpedieren – und damit eine ganz neue Form von spontaner und intuitiver Kooperation auch in der

Konzertsituation zu etablieren. Wie das genau aussehen wird, bleibt bis dahin ein Geheimnis – schon

deshalb, weil sich die Bands selber die Möglichkeit offen halten wollen, dass sich jeder Abend anders

gestaltet. Dieses Konzept, obschon bislang vor Publikum noch unerprobt, zieht schon jetzt weitere Kreise: So

lud etwa das renommierte Deichbrand Festival die gesamte Superschande auf ihre kommende Ausgabe im

Juli 2019 ein und schenkte ihnen sagenhafte drei Stunden, die die Bands nun nach Lust und Laune

eigenmächtig mit tanzbarem Abgeh-Shit füllen können.

Bei all diesen Koop-Plänen sollte eines nicht vergessen werden: Le Fly sind auch für sich genommen schon

eine massive Live-Bombe und St. Paulis aufregendste Musiker-Gang, die belegt, wie man mit jedem

einzelnen Song das immer brutal heterogene Publikum zwischen HipHop-Veteran, Hardcore-Kid, Rasta-Zopf

und Indiemädchen kollektiv förmlich an die Wand nagelt. Auch deshalb wurde für den Zeitraum zwischen

dem 13. bis 30 März 2019 die nächste Headline-Tournee angekündigt. Drei mal jeweils vier

Shows in Reihe.

Jeden Abend alles geben. Das wird ein massiver Ritt, so viel kann man versprechen.

Bis zu jener Tour wird es neben den Live-Aktivitäten obendrein Neues aus dem Studio geben: Zwischen

November `18 und März ́19 werden in loser Folge drei neue Singles erscheinen, und pünktlich zur

Headline-Tour im März erscheinen jene, ergänzt um weitere Tracks, gebündelt als neue EP. Es sind die ersten

neuen Studioaufnahmen von Le Fly seit ihrem letzten, dritten Album „Kopf aus Fuß an“, das Ende

2017 erschien. Da kommt also viel auf uns und die Band zu. Dann also mal Arschbacken zusammen kneifen und los.

Tanzmusik ist dazu da, betanzt zu werden. Und alles ist bereit für die großen, Genre-sprengenden Le Fly-

Konzertraves.

Einlass 19:00 Uhr / Beginn 20:00 Uhr

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Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder direkt HIER.